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Warum der falsche Partner oft genau der richtige ist...

Viele Partnerschaften und Ehen kommen irgendwann an den Punkt, an dem es nicht weiterzugehen scheint. Der eine oder andere fragt sich dann: Wo sind die Leichtigkeit und die Freude hin? Ist das noch die Beziehung, die ich einst wollte?

Da ist Julia, die sich ständig bei ihren Freundinnen über ihren Mann beschwert. „Er ist so unaufmerksam. Ich habe das Gefühl, er sieht mich gar nicht mehr.“

Für Tobias fühlt sich diese Beziehung nur noch wie eine Pflicht an, nicht mehr wie eine Kür.

„Die Leichtigkeit ist weg, die Spontanität eingefroren. Ständig meckert sie herum. Nichts kann ich ihr recht machen.“

 

Hand aufs Herz. So hat doch jeder von uns schon mal über seinen Partner gedacht, oder? Wenn der Alltag erst das Ruder einer Beziehung übernimmt, leuchtet der Honeymoon oft nicht mehr so hell wie einst. Sein Licht wird schwächer. Auf dem ersten Blick ist man sicher, dass der andere daran Schuld sein muss. 

 

Hat etwa jeder zu Beginn nur seine Schokoladenseite gezeigt? Es kann sehr anstrengend sein, sich immer im besten Licht präsentieren zu wollen. Irgendwann lässt das meist nach.

 

 

Jeder Mensch macht sich bereits im Vorfeld Gedanken über seinen Wunschpartner.

In der Regel sind dies zunächst oberflächliche und unrealistische Vorstellungen. So geht es häufig um äußerliche Attribute. Diese Eigenart des Menschen scheint ein Überbleibsel aus der Steinzeit zu sein. Es konnte damals lebenswichtig für den Fortbestand einer Gruppe sein, wenn der Mann groß, muskulös, durchsetzungsfähig und potent war. Die Attraktivität der Frau wurde häufig daran festgemacht, ob sie jung genug war, Familiensinn hatte, den Mann achtete und sich ihm unterordnen konnte. Ausgeprägte weibliche Formen deuteten darauf hin, dass die Frau gebärfähig- und willig war.

 

Diese uralten Mechanismen wirken noch immer in der biologischen Struktur des Menschen, auch wenn sie sich heute anders äußern. Damals, wie heute geht es um Bedürfnisse. Es sind heute weniger existenzielle Anforderungen, die erfüllt werden müssen. Tatsächlich ist es oft der heimliche Wunsch, unser Partner möge uns in unserer Art, in unserem Denken und unserem Aussehen bestätigen, unsere Schwächen und Fehler übersehen und uns ein gutes Gefühl geben.

Wenn wir uns verlieben, sind wir buchstäblich blind. Wir sehen unser Gegenüber nicht, wie es ist - sondern wie wir es gern hätten.

Wir schauen durch unsere innere Brille und sehen oft nur das, was wir sehen wollen. Es ist doch verrückt, dass wir Angewohnheiten an dem anderen wahrnehmen, die er gar nicht hat.

 

Als ich die Tochter einer neuen Bekanntschaft auf einer Geburtstagsfeier kennenlernte, erzählte ich ihr, wie überaus glücklich ich darüber war, dass ihr Vater so ein positiver, fröhlicher Mensch sei. Sie schaute mich verblüfft an: „Papa? Positiv...fröhlich...? Von wem sprichst du?"

Tatsächlich erkannte ich viel später, dass er ziemlich oft missmutig und zweiflerisch war. Seine von mir wahrgenommene Positivität war wohl doch nur das Produkt unserer anfänglichen Verliebtheit gewesen.

 

Mittlerweile wurde sogar erforscht, was tatsächlich beim Verlieben geschieht:

 

  • Verliebtheit beginnt im Körper als chemische Reaktion auf einen äußeren Reiz, die wenige Bruchteile später im Kopf zu einem Gefühl wird 
  • die Neurotransmitter Dopamin und die Hormone Vasopressin und Oxytocin werden beim Verlieben vermehrt ausgeschüttet
  • wir verlieben uns leichter, wenn wir zusammen in einer Situation sind, die unser Erregungsniveau erhöht: z.B. eine gemeinsame Prüfung, eine abenteuerliche Klettertour oder generell etwas, das man zum ersten Mal gemeinsam erlebt
  • die Verliebtheitsphase kann i.d.R. zwischen drei und achtzehn Monaten dauern. Danach entscheidet sich dann, ob Liebe daraus erwachsen kann oder Gleichgültigkeit und Enttäuschung entstehen.

 

Werden uns wohl alle Begegnungen, die wir nicht planen, vom Himmel geschickt?

 

Wie auch immer. Auf seltsamen, verschlungenen Wegen lernte ich auf geschäftlicher Ebene einen Mann kennen, der mir zunächst etwas unheimlich und fremd erschien. Er schien verschlossen zu sein, beeindruckte mich aber durch seine authentische und ehrliche Art während unserer Gespräche.

 

Er war nicht der Typ Mann, den ich als Partner gewählt hätte.

 

Mein Herz ist von Haus aus riesengroß und dehnbar wie ein Gummiband. Da haben eine Menge Menschen Platz. Wir verstanden uns auf mentaler Ebene prächtig und freundeten uns herzlich an. Wir konnten ellenlange Diskussionen führen, ohne dass uns langweilig wurde und herzlich miteinander lachen. Wir brauchten dem anderen nicht krampfhaft unsere Schokoladenseite zu zeigen.

Jeder war einfach er selbst. Wir wurden uns geistig so nah, wie Seelengeschwister.

 

Es geschah das, was nicht geschehen sollte. Plötzlich hatte ich das Gefühl, dass wir zusammen gehören. Gottseidank war mein guter Freund so wachsam, dass er meine beginnende Verliebtheit spürte und mich sanft und schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbrachte. 

Als Paar hätten wir wohl nicht miteinander glücklich werden können. Dafür waren wir einfach zu verschieden.

 

Auch heute verbindet uns noch eine tief berührende, kluge Freundschaft.

 

 

Liebe ist immer Liebe.

Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich dabei 

um eine platonische Freundschaft handelt,

um eine Partnerschaft, eine Ehe

oder eine Familie.

 

Innerhalb einer noch frischen Beziehung geben wir uns Mühe, schwierige Themen zu umschiffen, nicht ins Fettnäpfchen zu treten und uns von unserer Schokoladenseite zu zeigen.

Mit der Zeit schleift sich allerdings ein übliches Verhaltensmuster ein:

 

DER UNBEWUSSTE DEAL

 

Ich gebe meinem Partner all das, was er braucht, um sich wohl zu fühlen und erhalte im Gegenzug das gleiche zurück. DAS NENNEN DIE MEISTEN MENSCHEN: LIEBE.

 

Solange sich jeder an diese stumme Abmachung hält, ist alles in Ordnung. Es kann Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis einem von beiden auffällt, dass er oder sie nicht das von seinem Partner erhält, wonach er/sie sich eigentlich sehnt. Viele Menschen haben sogar das Gefühl zu geben und zu geben, aber nichts zurück zu bekommen.

 

Unzufriedenheit kehrt ein. Wer diesen Zustand nicht erträgt, verlässt den Partner. Die meisten Menschen arrangieren sich aber so gut sie können. Das sieht dann häufig so aus:

 

  • übertrieben viele Hobbys haben
  • ständige Überstunden im Beruf machen
  • viele Alleingänge unternehmen, offen oder heimlich
  • exzessive Freizeitvergnügen
  • ständig unter Menschen sein
  • sich einen Liebhaber oder eine Geliebte anschaffen

 

Vielleicht ist es Typsache, wie man es handhabt. 

Ich bin kein Mensch, der sich arrangiert. Ich liebe Klarheit und Offenheit. Schon immer.

Meine Ehe war lange Zeit sehr glücklich, doch ich veränderte mich. Meine Sichtweise auf das Leben, ja, meine gesamte Weltanschauung hatte sich in den letzten Jahren auf wundersame Weise verwandelt. Ich war zu einem spirituellen Sucher geworden.

 

Mein Mann schien mit meiner neuen Perspektive nicht glücklich zu sein. Ihm waren all die Bücher über Psychologie, Religion und Spiritualität ein Dorn im Auge und er äußerte dies auch nachdrücklich. Ich fühlte mich durch seine Abwehr auf meinem Weg blockiert.

 

Mit ihm würde ich meinen roten Faden verlieren, da war ich mir sicher.

Und so folgte bald ein achtsamer, jedoch schmerzhafter Abnabelungsprozess.

Viele Dinge im Leben werden uns solange auf dem Silbertablett serviert, bis wir daraus lernen.

Ein gute Freundin klagte: „Gitte, das kann doch nicht wahr sein. Ich lerne immer wieder die selbe Sorte Mann kennen. Zunächst sind die Jungs so erfrischend anders, doch später haben sie die gleichen Macken, wie mein Exmann.“

 

Wie war das möglich? Zufall oder war Evelina immer noch auf den gleichen Typ fokussiert?

Nein. Zumindest nicht bewusst. 

 

Solche scheinbaren Zufälle liegen eher in den unbewussten Denkmustern eines Menschen begründet. Unsere versteckten Überzeugungen und Glaubenssätze strahlen aus und ziehen genau die Menschen in unser Leben, die uns entsprechen. Wenn wir in einer vergangenen Beziehung nicht unsere Hausaufgaben gemacht haben, werden uns diese Lektionen immer wieder angeboten.

 

Alles, was uns an einem Menschen in unserer Nähe angenehm oder unangenehm berührt, ist eine Widerspiegelung unserer eigenen Anteile. Aufmerksame Menschen können lernen, sich selbst im Miteinander mit dem Partner oder anderen zu beobachten. Welche Gefühle steigen in mir hoch, wenn mein Gegenüber sich in bestimmter Weise verhält? Warum reagiere ich so empfindlich? Warum fühle ich mich angegriffen? Woran erinnert mich diese Emotion? Wann habe ich sie früher schon mal empfunden? In der Psychologie wird diese Herangehensweise Selbstreflexion genannt.   

 

 

Solange das Verhalten deines Partners dich stört, 

wirst du aufgefordert zu lernen. 

Jede Beziehung ist vor allem eins:

EINE SCHULE!

 

 

Meine beiden späteren Beziehungen scheiterten letztlich auch daran, dass ich glaubte, den falschen Partner zu haben. Im Vordergrund stand immer meine geheime Hauptsorge, dass mich mein Liebster von meinem spirituellen Weg abbringen könnte. Keiner meiner Lebensgefährten hat das eigentlich je getan, dennoch fühlte es sich an, als würde ich meinen roten Faden verlieren, wenn ich blieb. 

 

Was habe ich daraus gelernt? 

Ich habe verstanden, dass ich selbst ein Problem damit hatte, diesen lichtvollen Weg innerhalb einer Partnerschaft zu gehen. Eine Liebesbeziehung, wie ich sie auffasste, stand meinem spirituellen Wachstum völlig im Weg.

 

Heute erst weiß ich um mein damaliges Unvermögen, meine eigenen Ziele in einer Beziehung durchzusetzen. Ich glaubte, es meinem Gegenüber recht machen zu müssen und ihn in seiner Betrachtung und Denkweise zu stärken, anstatt selbstbewusst zu meiner eigenen zu stehen. 

 

Diese verkorkse Selbstaufgabe war vermutlich das Resultat einer familiären Beeinflussung, wenn nicht sogar die über Jahrtausende gewachsene Prägung der Frau schlechthin.

 

Inzwischen habe ich gelernt, meinem roten Faden innerhalb einer Liebesbeziehung zu folgen. Ich kann für mich selbst, meine Ideen und Überzeugungen voll und ganz einstehen, ohne gleich eine Beziehung beenden zu müssen.

Es gibt keine falschen Beziehungen. Sie sind goldrichtig, denn sie lehren uns letztlich, unsere unbewussten Muster zu heilen.

Jedes schlechte Gefühl, das scheinbar durch das Verhalten unseres Partners in uns entsteht, ist schon vorher da gewesen. Er ist nicht der Verursacher; er ist lediglich derjenige, der unsere tiefsitzenden schmerzhaften Emotionen aufdeckt. Wir sollten jedem Menschen dankbar sein, der uns auf diese Weise spiegelt, was in uns seit langem wirkt und uns daran hindert im Frieden zu sein. Unsere unbewussten Gedanken und Überzeugungen, jedes selbstablehnende, begrenzende Urteil, all das strahlt nach außen und wird von anderen unbewusst als Signal empfangen.

 

Wenn dir dein Partner durch sein Verhalten aufzeigt, dass er

  • dir nicht genug Freiraum lässt, bedeutet es, dass du dir selbst nicht genug Freiraum zugestehst
  • sich nicht genug um dich kümmert, heißt das, dass du dich nicht genug um dich selbst bemühst
  • dich scheinbar nicht liebt und achtet, kann es sein, dass du dich selbst nicht genug wertschätzt und siehst

Dieser energetische Schwingungsprozess ist schon seit langem bekannt. In der Physik, der Hirnforschung und der Psychologie gibt es zahlreiche Studien, die beweisen, dass die energetischen Muster eines Menschen mit denen anderer interagieren. Und nicht nur das: 

 

Sie vernetzen sich mit ALLEM, was ist!

Gedanken sind Energie in Bewegung.

 

Sie strahlen aus und werden vom Gegenüber empfangen. Das geschieht sehr häufig unbewusst, doch ein aufmerksamer Beobachter spürt die Energie eines anderen Wesens. Er fühlt nicht nur, ob der andere gerade freudig gestimmt oder traurig ist, er kann auf einer viel tieferen Ebene auch erkennen, ob der andere grundsätzlich mit sich selbst im Einklang lebt oder ob er voller Widerstände ist.

 

Das Leben, bzw. unsere Schöpfung hat es so eingerichtet, dass in jeder Begegnung mit einem anderen Wesen unsere unbewussten Muster durch das Verhalten des anderen gespiegelt werden. Ich habe das früher auch nicht gewusst und ich hätte damals diese Erklärung abgelehnt und für blanken Unsinn gehalten. Wer will schon hören, dass jemand, der mir weh tut, nicht einfach nur ein gemeiner Mensch ist, sondern dass meine unbewussten Urteile diese hässliche Erfahrung erst ausgelöst haben?

 

Wer also tiefer in die Beziehung hinein geht, sich seinem Gegenüber vollkommen öffnet und keine Konfrontation mit den eigenen Ängsten scheut, kann mit einer reichen, erfüllten Partnerschaft belohnt werden, die überaus liebevoll, dynamisch und voller Wachstum ist. 

 

ICH DENKE, DAS IST LIEBE!

Heute gehe ich mit allem, was sich mir in einer Beziehung zeigt, offen um. Ich laufe nicht mehr vor drohendem Schmerz weg, sondern gehe direkt durch ihn hindurch.

Mein neuer Lebensgefährte hatte anfänglich Schwierigkeiten damit, wie offensiv und ehrlich ich mit der Betrachtung unserer Beziehung umging. Ich ließ es nicht mehr zu, dass riskante und schmerzhafte Themen einfach unter den Teppich der Harmonie gekehrt wurden. Ob kleinere Ärgernisse oder große Widerstände, alles wurde letztlich willkommen geheißen, um eigene tiefsitzende Muster zu durchbrechen.  

 

Viele dieser unbewussten Denkweisen befördert oft der ganz normale Alltag zutage. 

Nachdem sich die ersten wilden Verliebtheitsgefühle wie ein Vogelschwarm in einem Baum zur Ruhe niedergelassen hatten, erhielt ich wieder freie Sicht auf mein Leben.

 

Nun ja. Jeder Mensch hat Verhaltensweisen, die der andere nicht unbedingt liebt. Muss er ja auch nicht. Schließlich geht es in jeder zwischenmenschlichen Beziehung vor allem um Toleranz und Annahme. 

Mir war in letzter Zeit aufgefallen, dass mein Liebster mir im Vorbeigehen häufiger eine Frage stellte, aber nicht die Antwort abwartete. Mitten in meiner Erwiderung war er schon wieder aus dem Zimmer gegangen. Nanu, was war denn das?

 

Zunächst rief ich ihm die Antwort hinterher. Das wurde aber so anstrengend, dass ich einfach nicht mehr antwortete. Es fiel ihm noch nicht einmal auf. 

 

Ich war verärgert. In einem stillen Moment sprach ich ihn auf diese Unachtsamkeit an. Er reagierte sehr verständnisvoll, änderte aber in keiner Weise sein Verhalten. Das ärgerte mich noch mehr. Und da war nicht nur ein bisschen Gereiztheit, ich nahm sogar eine tief versteckte Wut in mir wahr. 

 

Wo kam die bloß her?

 

Geübt darin, unbewusste Glaubenssätze in mir aufzudecken, ging ich auf Spurensuche. Hatte das Kommunikationsschema meines Liebsten vielleicht weniger mit ihm selbst, als mit mir zu tun? Sollte mich sein Verhalten auf etwas aufmerksam machen? 

Dieses Gefühl, mitten in einem Gespräch stehen gelassen zu werden, kannte ich doch irgendwoher.

 

Ich dachte an die wundervoll anregenden Gespräche mit meiner Mutter, wenn ich als Teenager aus der Schule heimkam. Es war schön und tat mir gut, ihre volle Aufmerksamkeit zu haben. Doch dann ging plötzlich die Tür auf und mein älterer Bruder erschien auf der Bildfläche. Mitten in ihrem Satz ließ meine Mutter mich stehen und ich war vergessen. Ich war schlichtweg Luft. Ich habe das wohl hunderte Male erlebt.

Meine kindliche Schlussfolgerung war, dass ich ihr wohl nicht wichtig genug war, um mir zu Ende zuzuhören. Ich fühlte mich nicht ernstgenommen. Dieses mangelnde Selbstwertgefühl, das sich auf meine Mutter bezog, hatte ich all die Jahre mit mir herumgetragen.

 

 

Ich bin es wert, mit Achtsamkeit behandelt zu werden. 

Die Menschen, die mich lieben, hören mir aufmerksam zu

und freuen sich über die Impulse, die ich gebe.

Ich fühle mich vollkommen von meiner Mutter geliebt.

 

 

 

Es waren diese Affirmationen, die ich tief überzeugt im Geiste formulierte und mir einprägte. Sie sorgten letztlich dafür, dass sich etwas in mir wundervoll verwandeln konnte. Ich heilte endlich meinen alten Schmerz, die Eifersucht auf meinen Bruder und die übergroße Sehnsucht nach mütterlicher Aufmerksamkeit. 

 

Ich kann mich übrigens nicht erinnern, wann mein Partner mir zuletzt eine Frage gestellt hat, ohne die Antwort abzuwarten. Vielleicht aber bin ich auch nicht mehr so empfindlich, dass es mir auffiele.

Warum vermeiden so viele Paare, eine authentische, dynamische Beziehung miteinander zu führen? Was hindert sie daran, sich vollkommen zu öffnen?

Das, was dort zum Vorschein kommen könnte, will nicht jeder sehen. Es sind nicht so sehr die Schatten des anderen, die uns stören. Es sind unsere eigenen dunklen Flecken. Denn, wenn wir uns vollkommen öffnen, laufen wir Gefahr, dass sich unsere eigenen inneren Monster an die Oberfläche hangeln und unser illusionäres Gleichgewicht empfindlich stören. Diese kleinen Plagegeister scheinen uns zuzurufen: „Was ist wenn der andere bemerkt, dass ich…“

 

  • nicht liebenswert bin?“
  • wertlos bin?“
  • verabscheuungswürdig bin?“
  • hässlich bin?“
  • erbärmlich bin?“
  • minderwertig bin?“
  • winzig klein bin?“
  • schuldig bin?“
  • dumm bin?“

 

Wir sind davon überzeugt, dass unser Innerstes so furchtbar sein muss, dass wir es mit dicken Steinen zugemauert haben und eine Dornenhecke darum gepflanzt haben.

So gehen viele Menschen lieblos mit ihrer inneren Welt um, denn dort liegen die Scherben ihres Lebens. All die unterdrückten schmerzvollen Emotionen ihrer Geschichte, die sie so tief vergraben haben, dass sie eigentlich schon vergessen sind. Doch sie wirken immer noch gewaltig im Inneren und verursachen im Außen Krankheit, Drama und Leid.

 

Es kann sehr schmerzen, sich der eigenen Schwächen und Bedürfnisse bewusst zu werden. Viele Menschen haben diese dunklen Flecken so gut aus ihrem Leben verbannt, dass sie nicht bereit sind, andere, noch nicht einmal ihren Partner, dort hinschauen zu lassen. Sie glauben, dass jeder, der die Wahrheit über ihr wahres Ich herausfinden würde, schreiend weglaufen würde.

 

Es gibt nicht wenige Menschen, die gerade dann, wenn eine Beziehung authentisch zu werden scheint, kneifen. Leider! Genau an dieser Stelle wartet die Medizin, die uns heilen und wahrhaft glücklich werden lässt.

 

Fazit: 

Ehrlichkeit, Authentizität und Transparenz sind die Schlüssel für eine glückliche Partnerschaft. Wenn du dich öffnest und in dem Verhalten deines Gefährten dir gegenüber liest, lernst du eine Menge über dich selbst. An dieser Stelle geht es um das bedingungsloses Vertrauen und den Mut, dem anderen deine Schwächen und Ängste zu zeigen. Es sind nie andere, die uns enttäuschen oder verletzen. Wir selbst tun uns das an. Wenn wir uns unserem Partner oder Freund ehrlich anvertrauen, wird er uns immer mit Liebe begegnen. Das ist die Physik des Lebens. Wenn wir nichts mehr in einer Liebesbeziehung zu lernen haben, ist sie entweder beendet oder vollkommen geheilt.

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Gitte Malou Weiß

Spirituelle Lehrerin - Autorin

HÖVELHOF / OSTWESTFALEN

E-Mail: gitte.weiss@freenet.de